Randnotizen: April-Ausgabe

Teresa Johnson, Ph.D.

Sprach- und Kulturexpertin. Menschen verbinden auf Deutsch, Englisch und Chinesisch.

20. April, 2026

Randnotizen: April-Ausgabe

Liebe Leserinnen und Leser,

im März und April war Einiges los, sodass die neueste Ausgabe der Randnotizen ein wenig hat auf sich warten lassen. Hier ist sie nun mit den neuesten Einblicken in meine Arbeit als freie Lektorin.

Aus gegebenem Anlass gebe ich euch Einblicke in meinen persönlichen Weg zum freien Lektorat, denn seit Neuestem bin ich zertifizierte Freie Lektorin ADM!

Falls ihr Anregungen oder Rückmeldungen zu diesem Newsletter habt, freue ich mich, wenn ihr euch bei mir meldet! Alle bisherigen Newsletter könnt ihr wie immer auf meiner Webseite nachlesen.

Herzliche Grüße,

Eure Teresa Johnson


Teresa Johnson, Ph.D. 姜心悦
Deutsch (Muttersprache), Englisch, Chinesisch

Lektorat Johnson
Leistungen: Lektorat, Korrektorat, Übersetzung
Spezialisierung: Wissenschaftliches Arbeiten, Sachtexte

Tips von Eurer Lektorin

Wie wird man eigentlich freie Lektorin?

Diese Frage wurde mir schon häufiger gestellt. Und meine Antwort lautet: Es gibt sehr unterschiedliche Wege, die zum freien Lektorat führen. Daher erzähle ich euch kurz, wie mein Weg hierher verlaufen ist.

Als ich mein Studium der Sinologie und der Amerikanistik begann, hatte ich noch kein konkret festgelegtes Berufsziel. Allerdings wusste ich schon damals, dass ich mich gerne in neue Themengebiete vertiefe, wissenschaftliche Abhandlungen verfasse und auch anderen dabei helfen möchte, bessere wissenschaftliche Texte zu schreiben. Während des Studiums brachte ich als Tutorin anderen Studierenden das wissenschaftliche Arbeiten und Schreiben in der Sinologie näher. Später, als Doktorandin, betreute und begleitete ich zahlreiche Studierende beim Verfassen ihrer schriftlichen wissenschaftlichen Arbeiten. Allein während meiner Studien- und Promotionszeit habe ich also fast 15 Jahre Erfahrung im Lektorieren wissenschaftlicher Texte gesammelt. Nach dem Abschluss meiner Promotion arbeitete ich zunächst als Übersetzerin und begann kurz darauf, am Zertifikatskurs „Freies Lektorat“ der Akademie der Deutschen Medien teilzunehmen. Seit März 2026 darf ich mich nun zertifizierte Freie Lektorin ADM nennen!

Wichtig zu wissen ist übrigens, dass die Berufsbezeichnung freie Lektorin bzw. freier Lektor nicht geschützt ist. Das heißt, dass sich theoretisch jeder und jede so nennen darf, selbst wenn er oder sie gar nicht dafür qualifiziert ist. Umso wichtiger, dass man bei der Wahl seines Lektorats auf die Seriosität seiner Lektorin bzw. seines Lektors achtet.

Wie erkennt man also, ob die Wunschlektorin oder der Wunschlektor wirklich etwas vom Lektorieren versteht? Hier ein paar Anhaltspunkte, die alle seriösen Lektorinnen und Lektoren auszeichnen:

  • abgeschlossene Berufsausbildung / abgeschlossenes Studium
  • regelmäßige Fortbildungen rund ums Lektorieren
  • Referenzen
  • keine Dumpingpreise (denn Qualität hat nun mal ihren Preis)

Eine ganz große Hilfe beim Suchen und Finden der passenden Lektorin oder des passenden Lektors ist daher das Lektoratsverzeichnis des VFLL – Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (www.lektoren.de). Wer hier nach einem Lektorat sucht, kann sicher sein, dass nur erfahrene, qualifizierte Lektorinnen und Lektoren angezeigt werden, mit denen eine professionelle Zusammenarbeit garantiert ist. Denn alle Lektorinnen und Lektoren des VFLL verschreiben sich den oben genannten (und noch weiteren) Kriterien.

In diesem Lektoratsverzeichnis findet ihr auch meinen Eintrag: www.lektoren.de/profil/teresa-johnson.

Asienwissenschaften

Wichtiger Teil aller wissenschaftlicher Arbeiten ist das korrekte Zitieren. In den Asienwissenschaften und insbesondere der Sinologie weit verbreitet ist das Zitieren basierend auf dem The Chicago Manual of Style, oft auch kurz als Chicago bezeichnet. Daher möchte ich euch anhand von wechselnden Beispielen zeigen, wie man in diesem Zitierstil die gängigsten Textarten zitiert.

Zitieren mit dem Chicago-Stil: Monographie (elektronische Ausgabe)

In der Fußnote:

1. S. E. Kile, Towers in the Void: Li Yu and Early Modern Chinese Media (Columbia University Press, 2023), 121, JSTOR.

2. David E. Pollard, Real Life in China at the Height of Empire: Revealed by the Ghosts of Ji Xiaolan (The Chinese University of Hong Kong Press, 2014), xv, Project MUSE.

Verkürzte Fußnote (bei erneuter Nennung):

3. Kile, Towers in the Void, 123.

4. Pollard, Real Life in China, xvi.

Im Literaturverzeichnis (alphabetisch sortiert):

Kile, S. E. Towers in the Void: Li Yu and Early Modern Chinese Media. Columbia University Press, 2023. JSTOR.

Pollard, David E. Real Life in China at the Height of Empire: Revealed by the Ghosts of Ji Xiaolan. The Chinese University of Hong Kong Press, 2014. Project MUSE.

*Im Literaturverzeichnis einer wissenschaftlichen Arbeit würde man die einzelnen Einträge typischerweise zusätzlich durch hängende Einzüge visuell voneinander absetzen.*

Hier hätte sich ein Lektorat gelohnt…

Die folgenden Beispiele stammen aus verschiedenen Medien, die mir im Arbeitsalltag und in der Freizeit begegnen, mal auf Deutsch, mal auf English. Sie verdeutlichen, dass so mancher Text (und auch manches gesprochene Wort) vor der Veröffentlichung von einem Lektorat profitiert hätte. Mir geht es hier aber nicht darum, andere bloßzustellen. Daher nenne ich nur das Genre oder Medium, nicht aber die konkrete Person oder die Quelle, der die Beispiele zuzuordnen sind.

 

(Leider) so gelesen und gehört:

  • KRIMINALROMAN: Er hat zwei große Stichverletzungen, die gleich an mehreren Organen Schäden gesetzt haben. [unidiomatisch]
  • TAGESZEITUNG: Zwölfjähriger stellt sich nach Angriff an S-Bahnhof. [Doppeldeutigkeit]
  • GOOGLE REVIEWS: Die kleinen Helfer, wie z. B. die digitale Visitenkarte, sind dann die Kirsche auf der Sahne. [schiefes Bild]
  • INTERNATIONALE TAGESZEITUNG: ‘The highest pitch of refined emotion’: The tragic romance hidden in a 19th-Century painting [Groß- u. Kleinschreibung]

Was ich im April lese:

Wissenschaftliches

  • „Language Translation and the Treaty of Nerchinsk: Linguistic Aspects of Seventeenth-Century Qing-Russian Diplomacy“, von Ning CHIA, Journal of the European Association of Chinese Studies, Vol. 6.2 (2025).

Freizeitlektüre

  • Vernunft und Gefühl von Jane Austen. Ins Deutsche übersetzt von Andrea Ott. Hörbuchfassung ARD Sounds 2025. Ein Klassiker, der spannende Einblicke in die Gepflogenheiten der britischen Gesellschaft des späten 18. Jahrhunderts gewährt, insbesondere zum Thema Partnersuche und Heirat. Erzählt auf einfühlsame Weise die Höhen und Tiefen der Dashwood-Schwestern auf ihrer Suche nach wahrer Liebe.
  • Kim Jiyoung, Born 1982 von Cho Nam-Joo. Aus dem Koreanischen ins Amerikanische übersetzt von Jamie Chang. Scribner, 2020. Erzählt von den Befindlichkeiten und Erlebnissen einer jungen Frau innerhalb ihrer Familie und in der modernen koreanischen Gesellschaft. Zugleich fesselnd, inspirierend und desillusionierend.
  • Tonio Kröger / Mario und der Zauberer von Thomas Mann. Fischer Taschenbuch Verlag, 2011. Psychologischer Realismus vom Meister der deutschen Erzählliteratur. Um ein Vielfaches kürzer und kompakter als Buddenbrocks oder Der Zauberberg, aber nicht weniger beeindruckend.

Die Auflistung der Texte in diesem Abschnitt des Newsletters basiert nicht auf den Regeln des Chicago-Stils.

Anstehende Termine

April 2026

Zertifikat Freie Lektorin ADM

Jetzt ist es offiziell: Ich habe im Zeitraum von Dezember 2025 bis März 2026 alle Module des Zertifikatskurses der Akademie der Deutschen Medien abgeschlossen und bin nun zertifizierte Freie Lektorin ADM!

Bei Fragen oder Rückmeldungen zu diesem Newsletter: Schreibt mir einfach an info@lektorat-johnson.de!

Wenn ihr euch mit mir vernetzen wollt, schickt mir gerne eine Kontaktanfrage per LinkedIn!

Interesse an meinem Lektorat?

Wie wäre es mit einem Probelektorat?

Wenn du meinen Arbeitsstil als Lektorin kennenlernen möchtest, ist ein Probelektorat die perfekte Lösung. Ich lektoriere deinen Text exakt eine Stunde lang. Danach erhälst du den lektorierten Text zurück und wir besprechen mein Feedback für dich in einem Telefonat oder Videocall.

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