Randnotizen: Zweite Ausgabe

Teresa Johnson, Ph.D.

Sprach- und Kulturexpertin. Menschen verbinden auf Deutsch, Englisch und Chinesisch.

23. Februar, 2026

Randnotizen: Zweite Ausgabe

Liebe Leserinnen und Leser,

schön, dass ihr in die Randnotizen reinlest! Hier erfahrt ihr regelmäßig Neues aus meiner Welt des Lektorierens und Übersetzens.

Heute geht es um das passende Feedback zur passenden Zeit. Und darum, wie man korrekterweise mit dem Chicago-Stil zitiert. Zu guter Letzt habe ich auch meine aktuelle Leseliste für euch zusammengestellt.

Falls ihr Anregungen oder Rückmeldungen zu diesem Newsletter habt, freue ich mich, wenn ihr euch bei mir meldet! Übrigens: Alle bisherigen Newsletter könnt ihr auf der Webseite nachlesen.

Herzliche Grüße,

Eure Teresa Johnson


Teresa Johnson, Ph.D. 姜心悦
Deutsch (Muttersprache), Englisch, Chinesisch

Lektorat Johnson
Leistungen: Lektorat, Korrektorat, Übersetzung
Spezialisierung: Wissenschaftliches Arbeiten, Sachtexte

Tips von Eurer Lektorin

Globales vs. Lokales Feedback

Nicht alle Rückmeldungen und Kommentare zu deinem Text sind hilfreich. Feedback, das zur falschen Zeit kommt, ist der Weiterentwicklung deines Textes nicht dienlich. Deshalb achte ich als Lektorin auf die Unterscheidung zwischen globalem und lokalem Feedback.

Was ich damit meine? Wenn du gerade erst die Erstfassung deines Textes fertiggestellt hast, brauchst du vor allem Rückmeldung dazu, ob der Lesefluss stimmt, deine Argumentation überzeugt oder deine Charaktere stimmig sind. Diese Art von Feedback, die sich mit dem großen Ganzen, dem Text als Gesamteinheit beschäftigt, bezeichnet man auch als globales Feedback. Da du deinen Text in dieser Phase inhaltlich weiter überarbeitest, manches löschst und anderes neu formulierst, hilft es dir nicht weiter, wenn ich dir aufzeige, wie viele Rechtschreibfehler oder verirrte Kommas sich über deinen Text verteilen. Vielleicht werden sie in deiner Überarbeitung ja sowieso gelöscht!

Erst wenn deine finale Textfassung steht, lohnt es sich, nach den Fehlern im Detail zu suchen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für all jene Hinweise, die sich auf die Satzebene beschränken. Das sogenannte lokale Feedback hilft dir jetzt, deinen Text mit korrekter Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik zu versehen.

Egal ob es sich um eine Hausarbeit im Studium, einen Roman für einen Verlag, einen wissenschaftlichen Artikel für ein Journal oder einen Werbetext für deine Kunden handelt: Mit der richtigen Kombination aus globalem und lokalem Feedback macht dein Text nun einen professionellen und seriösen Eindruck auf deine Leserschaft!

Asienwissenschaften

Wichtiger Teil aller wissenschaftlicher Arbeiten ist das korrekte Zitieren. In den Asienwissenschaften und insbesondere der Sinologie weit verbreitet ist das Zitieren basierend auf dem The Chicago Manual of Style, oft auch kurz als Chicago bezeichnet. Daher möchte ich euch anhand von wechselnden Beispielen zeigen, wie man in diesem Zitierstil die gängigsten Textarten zitiert.

Zitieren mit dem Chicago-Stil: Artikel in einer Zeitschrift oder Zeitung

In der Fußnote:

1. Wenting Ji, „Her Feet Hurt: Female Body and Pain in Chen Duansheng’s Zaisheng yuan (Destiny of Rebirth)“, CHINOPERL: Journal of Chinese Oral and Performing Literature 42, no. 1 (2023), 30-31, https://doi.org/10.1353/cop.2023.a898380.

2. Chao-Lin Liu, Thomas J. Mazanec, and Jeffrey R. Tharsen, „Exploring Chinese Poetry with Digital Assistance: Examples from Linguistic, Literary, and Historical Viewpoints“, The Journal of Chinese Literature and Culture 5, no. 2 (2018), 280-281, https://doi.org/10.1215/23290048-7257002.

Verkürzte Fußnote (bei erneuter Nennung):

3. Ji, „Her Feet Hurt“, 35.

4. Liu, Mazanec, and Tharsen, „Exploring Chinese Poetry with Digital Assistance“, 283.

Im Literaturverzeichnis (alphabetisch sortiert):

Ji, Wenting. „Her Feet Hurt: Female Body and Pain in Chen Duansheng’s Zaisheng yuan (Destiny of Rebirth)“. CHINOPERL: Journal of Chinese Oral and Performing Literature 42, no. 1 (2023): 28-65. https://doi.org/10.1215/23290048-7257002.

Liu, Chao-Lin, Thomas J. Mazanec, and Jeffrey R. Tharsen. „Exploring Chinese Poetry with Digital Assistance: Examples from Linguistic, Literary, and Historical Viewpoints“. The Journal of Chinese Literature and Culture 5, no. 2 (2018): 276-321. https://doi.org/10.1215/23290048-7257002.

*Im Literaturverzeichnis einer wissenschaftlichen Arbeit würde man die einzelnen Einträge zusätzlich durch hängende Einzüge visuell voneinander absetzen.*

Hier hätte sich ein Lektorat gelohnt…

Die folgenden Beispiele stammen aus verschiedenen Medien, die mir im Arbeitsalltag und in der Freizeit begegnen, mal auf Deutsch, mal auf English. Sie verdeutlichen, dass so mancher Text (und auch manches gesprochene Wort) vor der Veröffentlichung von einem Lektorat profitiert hätte. Mir geht es hier aber nicht darum, andere bloßzustellen. Daher nenne ich nur das Genre oder Medium, nicht aber die konkrete Person oder die Quelle, der die Beispiele zuzuordnen sind.

 

(Leider) so gelesen und gehört:

  • Tageszeitung: Die beiden lebten lange getrennt. (gemeint ist: geografisch)
  • LinkedIn-Post: Wenn du es am mich gibst, hilft du mir und ich dir.
  • Nachrichtensendung: Viele fragten sich, bin ich vielleicht Schuld dafür?
  • Feuilleton internationale Tageszeitung: The origins of the samurai lie in the 10th Century, when they were first recruited as mercenaries for the imperial courts.

Was ich im Februar lese

Wissenschaftliches

  • „‚Chinese-Style Science Fiction‘ and Its Pursuit of Chineseness in a Global Context“, von Xiuqi HUANG, Journal of the European Association for Chinese Studies, Vol. 6.2 (2025)
  • Oceanic Japan: The Archipelago in Pacific and Global History (2021), von Stefan Huebner, Nadin Heé, Ian Miller und William M. Tsutsui (Hrsg.)
  • „Knowing Exotica: Edible Bird’s Nest and the Cultures of Knowledge in Early Modern China“, von Meng ZHANG 张萌, Harvard Journal of Asiatic Studies, Vol. 85.1 (2025)

Freizeitlektüre

  • Alle sieben Wellen (2009), von Daniel Glattauer. Was macht eine Beziehung aus? Diesen E-Mail-Roman habe ich, so wie den ersten Band Gut gegen Nordwind, in wenigen Stunden gelesen. Wenn man erstmal angefangen hat zu lesen, will man einfach wissen wie die Geschichte weiter- bzw. ausgeht. 
  • Sommerdiebe (2006), von Truman Capote (Originaltitel: Summer Crossing), aus dem Amerikanischen von Heidi Zernig. Scheinbar leichte Lektüre. Ein frühes Werk Capotes, das erst zwanzig Jahre nach seinem Tod zufällig gefunden wurde. Die Protagonistin Grady verbringt mit 17 Jahren zum ersten Mal den Sommer in New York City. Während ihre Familie sich auf Kreuzfahrt begibt, (erl)lebt sie ihre ganz eigene Version von Freiheit und Liebe.
  • Blinde Geister (2025), von Lina Schwenk. Berührend und bedrückend zugleich. Ein Roman über Familie, Krisen, Zusammenhalt, Altern, Sterben. Absolut lesenswert, aber stimmt sehr nachdenklich.

Die Auflistung der Texte in diesem Abschnitt des Newsletters basiert nicht auf den Regeln des Chicago-Stils.

Anstehende Termine

Februar 2026

Stuttgarter Buchmesse, Samstag, 28.02.2026

Der Verband freier Lektorinnen und Lektoren (VFLL) hat einen Stand auf der Stuttgarter Buchmesse und ist dort vertreten durch seine Regionalgruppe Baden und Württemberg. Ich bin gespannt auf einen bereicherndenTag mit vielen Besucher:innen und meinen netten Kolleginnen und Kollegen des VFLL!

Bei Fragen oder Rückmeldungen zu diesem Newsletter: Schreibt mir einfach an info@lektorat-johnson.de!

Wenn ihr euch mit mir vernetzen wollt, schickt mir gerne eine Kontaktanfrage per LinkedIn!

Interesse an meinem Lektorat?

Wie wäre es mit einem Probelektorat?

Wenn du meinen Arbeitsstil als Lektorin kennenlernen möchtest, ist ein Probelektorat die perfekte Lösung. Ich lektoriere deinen Text exakt eine Stunde lang. Danach erhälst du den lektorierten Text zurück und wir besprechen mein Feedback für dich in einem Telefonat oder Videocall.

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